Ihr sucht eine Hüttentour in den Alpen, wo man Bergruhe genießen kann und vielleicht auch kurzfristig noch freie Plätze bekommt? In den Lechtaler Alpen und im Verwall ist das möglich. Eingebettet zwischen dem Allgäu und dem Montafon, im Westen Tirols, liegen diese recht stillen und noch wenig überlaufenen Gebirgsgruppen mit einer atemberaubend schönen und wilden Landschaft. Hier lässt es sich wunderbar auf Höhenwegen von Hütte zu Hütte abseits der Massen wandern, spannende Gipfel inklusive.

Besonders für geübte Bergwanderer sind der Lechtaler Höhenweg und die Verwall-Runde zwei traumhafte Hüttentouren. Vom Anspruch her nicht ganz ohne sind sie als mittelschwere bis z.T. anspruchsvolle Alpendurchquerungen einzustufen. Sie bieten herrliche Natur und viel Ruhe und Einsamkeit sowie gemütliche Hütten als Stützpunkte. Aber auch für kurze Wochenend-Trips finden sich zwischen Füssen und Schruns, mit dem Allgäu, Lechtal, Lechquellengebirge, Verwall und Montafon zahlreiche Möglichkeiten für tolle Hüttentouren.

(c) Mark Zahel, Lechtaler Höhenweg
© Mark Zahel, Lechtaler Höhenweg

Lechtaler Alpen – zwischen Arlberg und Fernpass

Die Lechtaler Alpen, zwischen dem Arlberg und dem Fernpass, sind geprägt von noch ursprünglicher und recht wilder Landschaft. Zerklüftete Felsgipfel und steile Grasberge ragen über wunderschönen Seen empor, Bäche rauschen durch tief eingeschnittene Täler. Wer Ursprünglichkeit und Wildheit im Gebirge sucht, findet hier sein absolutes Wanderglück.

Der Lechtaler Höhenweg

Obwohl ein Klassiker, ist der Lechtaler Höhenweg bei Weitem nicht so überlaufen wie so manche Alpenüberquerung. Mit großartigen Panoramablicken und mit immer neuen Perspektiven geht es von Scharte zu Scharte durch ein äußerst vielseitiges Gebirge. Der Lechtaler Höhenweg ist dabei durchaus anspruchsvoll, denn er erfordert gute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Vor allem die Übergänge sind teils steil und das Gelände ist auch mal recht felsig. Doch die Herausforderung ist alle Mühen wert: Der Lechtaler Höhenweg ist zweifellos eine ganz besondere Hüttentour, auf der jede einzelne Etappe Spannung und Abwechslung garantiert!

  • 9 bis 13 Etappen je nach Varianten und inkl. Gipfeloptionen

Die Hütten auf Tour

Die Hütten auf dem Lechtaler Höhenweg sind mit einem guten Wegenetz miteinander verbunden, die Wege gut markiert. Dennoch sind sie selten überfüllt und es findet sich oft auch kurzfristig noch ein freier Platz. Ein Ausnahme bildet nur die Memminger Hütte, da sie am beliebten Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Meran liegt.

Die Unterkünfte auf dem Weg sind gemütlich. Sie liegen meist in toller Lage mit schönen Aussichtterrassen, bieten leckere Hausmannskost und versprühen meist noch den Charme einfacher Berghütten. Wer die Mühen eines lohnenswerten Abstechers über die Frederic-Simms-Hütte (2004 m) im Sulzltal auf sich nimmt, erlebt authentisches Hüttenflair. Der legendäre Hüttenwirt Charly Wehrle bewirtschaftet die Hütte in einem nach wie vor einfachen, traditionellen Stil. Nicht selten wird man hier einen geselligen Abend mit spontaner Musik erleben.

(c) Mark Zahel, Lechtaler Höhenweg
© Mark Zahel, Lechtaler Höhenweg

Die Etappen des Lechtaler Höhenwegs

Von Lech oder Zürs am Arlberg führt der Lechtaler Höhenweg bis nach Bschlabs im Lechtal, oder wahlweise nach Nassereith oder Namlos. Dabei ist man fast durchgängig oberhalb der 2000-Meter-Grenze unterwegs. Für die klassische Route benötigt man etwa neun Tage. Konditionsstarke Wanderer können die Tour auch auf eine Woche verkürzen. Umgekehrt lohnt es sich aber sicher auch, mehr Zeit einzuplanen. So hat man mehr Muße für den ein oder anderen lohnenswerten Abstecher. Umgekehrt sind natürlich auch kürzere Varianten bzw. Teilabschnitte möglich, da sich zwischendurch immer wieder Gelegenheiten für alternative Zu- und Abstiege bieten.

Gipfel: Fast-Dreitausender

Gipfelbesteigungen in den Lechtaler Alpen sind nicht gerade Spazierwege. Die meisten Berge sind hier eher anspruchsvolle Touren mit alpinem Charakter. Dennoch bieten sich auf dem Lechtaler Höhenweg einige schöne Gipfeloptionen für Bergwanderer. So bietet sich zu Beginn der Stanskogel (2757 m) an. Bei der Variante über die Augsburger Hütte lassen sich mit Dawinkopf (2968 m, zweithöchster Gipfel der Lechtaler Alpen) und Gatschkopf (2945 m) zwei Fast-Dreitausender überschreiten. Der Übergang zum Württemberger Haus bietet an sich schon Gipfel-Feeling. Und wen zieht es nicht etwa auf den Muttekopf (2774 m), wo er so zum Greifen nahe liegt?

Das Verwall – stille Berge jenseits von Ischgl

Fast jeder kenn die berühmten Skiorte St. Anton und Ischgl. Doch die südlich angrenzende Gebirgsregion bleibt erstaunlich unberührt. So gilt das Verwall nach wie vor eher als Geheimtipp.

Auch hier gibt es ein gutes Wegenetz und idyllisch gelegene Hütten, die sich in vielen Varianten als Hüttentour miteinander verbinden lassen.

Darmstädter Hütte (c) Mark Zahel, Verwall-Runde
Darmstädter Hütte © Mark Zahel, Verwall-Runde

Die Verwall-Runde: Aussichtsreich über hohe Scharten

Eine wunderbare Hüttentour in dieser stillen Bergregion ist die »Verwall-Runde«. Sie führt von St. Christoph am Arlberg nach Pettneu. Äußerst abwechslungsreich durchwandert man hier verborgene Winkel und genießt ständig neue Ausblicke – mal in die weite Ferne, mal in spektakulärer Nahsicht.

Wie der Lechtaler Höhenweg ist sie eher mittelschwer bis anspruchsvoll. Auf teilweise herausfordernden Übergängen überquert man Tag für Tag hohe Scharten. Geübte Bergwanderer können die Tour abschließend mit der Besteigung eines Dreitausenders krönen: dem Hohen Riffler (3168 m), höchster Gipfel im Verwall.

  • 6 bis 11 Etappen und ein Dreitausender

Route und Dauer

Das Wegenetz im Verwall bietet viele Möglichkeiten für ein Hüttentour. Wir schlagen euch eine Runde mit einigen Abstechern und Varianten vor, die insgesamt über sieben Alpenvereinshütten führt, die besonders schön gelegen sind. Ausgangspunkt ist am Arlbergpass, Endpunkt in Pettneu am Arlberg. Dazwischen gibt es verschiedene Varianten und man kann recht flexibel die Tourentage gestalten.

Sechs Tage sollte man für die vorgeschlagene Runde mindestens einplanen, bzw. ein bis zwei Tage mehr sofern man den Abstecher über die Heilbronner und Friedrichshafener Hütte mitnehmen möchte.

➠ Bitte beachtet, dass die Hüttensaison hier recht kurz ist und zahlreiche Stützpunkte bereits Mitte September schließen.

Alle Infos, detaillierte Tourenbeschreibungen und GPS-Tracks

Die detaillierten Routenbeschreibungen der beiden Hüttentouren und aller Etappen inkl. Varianten findet ihr im Rother Wanderführer »Lechtaler Höhenweg und Verwall-Runde«. Dazu gibt es alle wichtigen Infos zu Anreise, Hütten und Ausrüstung sowie praktische Tipps für eure Hüttentour. Geprüfte GPS-Tracks gibt es zum Download dazu.

(c) Mark Zahel, Lechtaler Höhenweg und Verwall-Runde
© Mark Zahel, Lechtaler Höhenweg und Verwall-Runde

Wochenend-Hüttentouren im Verwall

Wenn ihr kürzer unterwegs sein wollt und nur ein Wochenende die spannenden Berge zwischen Allgäu und Montafon durchstreifen wollt, findet ihr im Rother Wanderbuch »Wochenendtouren Allgäu – Vorarlberg« 25 passende Tourentipps. Dabei sind ideale Vorschläge für zwei, drei oder vier Tage. Von der Schwierigkeit her ist für jede*n etwas dabei: von einfachen Wanderungen bis zu anspruchsvollen Bergtouren.

Also nichts wie Rucksack packen, Wanderführer einstecken und los in euer Hüttenabenteuer! Wir wünschen euch viel Spaß – und Wanderglück 🙂

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»Wild und ungezähmt – Weitwandern auf dem Lechweg«.

Autor

Gesine ist im Rother Bergverlag für das Marketing zuständig. In ihrer Freizeit ist sie leidenschaftlich in den Bergen unterwegs – am liebsten auf Hochtour oder in leichtem Kraxlgelände. Dabei mag sie es gern einsam und auch mal weglos; Winterräume und Zelt sind ihr lieber als Komfort-Hütten. Was nicht heißt, dass sie einem großen Stück Kuchen oder leckeren Schnitzel nach der Tour abgeneigt ist ;-). Und wenn es für einen Gipfel auch noch ins geliebte Italien geht, umso besser!

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