Unterwegs auf einem der schönsten Höhenwege des Alpenraumes
Von und mit Autor und Kenner Gerhard Hirtlreiter

Unser Autor Gerhard Hirtlreiter ist bekennender Fan des Meraner Höhenwegs. Viele Male war er bereits auf ihm unterwegs – und weiß daher, dass nicht nur die klassische Route atemberaubend schön ist. Denn auch die Texelgruppe, die der Meraner Höhenweg wie ein Balkon umrundet, sollte unbedingt entdeckt werden!

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Über den Dingen wandern – mein Weg, auf dem der Alltag zurückbleibt.

So habe ich den Meraner Höhenweg immer wieder erlebt. Scheinbar geht es auch anderen Wandern ähnlich, denn viele kommen wieder, die den Weg einmal gegangen sind und von den vielfältigen Eindrücken zwischen arktisch anmutender Hochgebirgsszenerie und mediterraner Kulturlandschaft fasziniert sind. So wundert es nicht, dass der Meraner Höhenweg sich zu einer der beliebtesten mehrtägigen Rundstreckenwanderungen der Alpen entwickelt hat.

Ich selbst bin schon unzählige Male auf dem Meraner Höhenweg unterwegs gewesen. Denn mit den vielen Variationsmöglichkeiten und Gipfelabstechern im Bereich des Meraner Höhenwegs wird es auch beim Wiederkommen nicht langweilig – und die teils recht alpinen Steige an der Südabdachung der Ötztaler Alpen bieten auch alpinistische Steigerungsmöglichkeiten.  

An all diejenigen, die mehr von dieser grandiosen Bergwelt sehen möchten, habe ich bereits beim Recherchieren meines Wanderführers »Meraner Höhenweg« gedacht. Das Buch bietet natürlich alle nötigen Informationen und viel Inspiration für alle Höhenwegfreunde, die die klassische Rundtour in 5 bis 7 Tagen unternehmen wollen. Das kann man selbstverständlich von einem solchen Buch erwarten. Darüber hinaus habe ich das Buch auch für jene Wanderer und Bergsteiger geschrieben, welche die herrliche Landschaft mit ihren Seen und Gipfeln abseits der eigentlichen Streckenwanderung erkunden wollen.

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Vom Hütten-Aficionado bis zum Tageswanderer – der Meraner Höhenweg für jeden Geschmack!

Beim Recherchieren und Beschreiben der Etappen hatte ich bereits viele unterschiedliche Wandertypen im Blick. Denn nicht nur Fans von Hüttentouren und vom Weitwandern werden an dem Meraner Höhenweg Gefallen finden. Auch Wanderer, die eine Tageswanderung unternehmen wollen, werden begeistert sein.

Mein Wanderführer wendet sich also gleichermaßen an:

  • Streckenwanderer
  • Gipfelstürmer
  • Entdecker der wilden Texelgruppe
  • Naturgenießer
  • Freunde alpiner Seenlandschaften
  • Tagesausflügler mit Quartier im Tal

Damit jeder das für sich Richtige findet, habe ich das Buch in drei Hauptteile gegliedert.

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1. Teil: Der Klassiker – der Meraner Höhenweg

Der 5- bis 7-tägige Rundweg führt um das grandiose Gebirge, das mit einigen über 3000 Meter hohen Gipfeln im Norden von Meran aufragt: die Texelgruppe. Auf dem Meraner Höhenweg bewegt man sich auf weite Strecken hoch oben auf den aussichtsreichen Hängen der Außenseite des Gebirges und genießt dabei die Ausblicke über die begleitenden Taler: das Passeier Tal sowie das Etsch- und Schnalstal. Viele der malerisch gelegenen Bergbauernhöfe und Almen, die man am Weg passiert, bieten auch Quartier an. Die Etappen der Nordseite führen durch die beiden Hochtäler, die die Texelgruppe vom Hauptkamm der Ötztaler Alpen trennen: das Pfossental, das zum Schnalstal hin entwässert, und das Pfelderer Tal, das sein Wasser zum Passeiertal hinabschickt.

Um eine möglichst individuelle Planung der Rundwanderung zu ermöglichen, habe ich ganz bewusst keine fixen Tagesetappen vorgeschlagen. An einem bestimmten Etappenziel können ja auch nur relativ wenig Wanderer auf einmal untergebracht werden (Ausnahme: die Ortschaft Pfelders). Eine einigermaßen gleichmäßige Verteilung der Wanderer ist also für das Gesamtsystem Meraner Höhenweg wichtig – und auch für Einzelwanderer und -gruppen wünschenswert, denn wer will schon in großen, immer gleichen Pulks unterwegs sein?!

Die ganze Runde wird also in 15 Teiletappen zwischen Quartieren gegliedert, die rund ein bis drei Stunden auseinander liegen. Somit kann man zwei bis vier der vorgeschlagenen Etappen zu einer durchschnittlichen Tagesetappe zusammenfassen – je nach Kondition, Lust und Laune. Für den ersten und letzten Tag reicht meist eine der Kurzetappen, wenn man Zeit für eine mehr oder minder lange An- und Abreise einplanen muss. Attraktive Alternativstrecken beschreibe ich ebenso wie Gipfelabstecher in der Texelgruppe und am Ötztaler Hauptkamm (darunter auch 3000er!).

2. Teil: Kreuz und quer durch die Texelgruppe

So schön die klassische Runde des Meraner Höhenwegs auch ist, sie hat auch einen Nachteil: Man ist den überwältigenden Naturschönheiten im Inneren der Texelgruppe – wie dem oberen Zieltal oder den Spronser Seen – zwar immer recht nahe, bekommt sie aber nie zu Gesicht. Doch ich bin mir sicher, dass davon jeder Wanderer und jede Wanderin begeistert sein wird! Deshalb stelle ich verschiedene Möglichkeiten vor, wie man das fantastische Kerngebiet der Texelgruppe durchwandern kann.

In diesem Kapitel werden Hüttenzustiege, Verbindungswege und Gipfelanstiege beschrieben, die man in vielfältiger Weise kombinieren kann – sei es, um vom eigentlichen Meraner Höhenweg ein Stück weit abzuweichen, ihn abzukürzen, zu ergänzen oder eine längere eigenständige Tour durch die Texelgruppe zu unternehmen. So kann man sich aus den Teiletappen auch eine mehrtägige Durchquerung des Gebietes oder eine sportliche Tagestour zusammenstellen. In diesem Kapitel biete ich Euch für das Innere der Texelgruppe keine »Fertiggerichte« an, sondern die Zutaten für selbst angerichtete »Tourenmenüs«. Diese gruppieren sich um die zwei Bergsteigerstützpunkte im Inneren des Gebietes: die Lodnerhütte und die Oberkaser Alm.

3. Teil: Tagestouren auf dem Meraner Höhenweg vom Tal aus

Auch wer sein Urlaubsquartier im Tal hat, kann Abschnitte des Meraner Höhenwegs und die umgebende Landschaft erleben. Dazu stelle ich einige Touren vor, die vom Tal oder von Seilbahnstationen aus gut an einem Tag unternommen werden können. Soweit solche Touren nicht zum Ausgangspunkt zurückführen, gebe ich Euch die nötigen Infos zur Tourenorganisation mit bequemer Linienbus-Rückfahrt.

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Und hier noch vier persönliche Tipps für Eure Touren am Meraner Höhenweg:

1. Plant einen Tag mehr ein!

Egal, wie lang Ihr unterwegs sein wollt – plant einfach einen Tag mehr ein. Lasst Euch Zeit. So habt Ihr die Chance, einen Tag zu pausieren, vielleicht schlechtes Wetter abzuwarten oder noch besser: einen Extra-Gipfel mitzunehmen. Ich verspreche Euch, es lohnt sich!

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2. Auf die Hochwilde

Hier kommt auch gleich meine persönliche Gipfel-Empfehlung: Die Hochwilde (oder auch Hohe Wilde). Der 3.480 Meter hohe Gipfel ist ein anspruchsvoller Klassiker im Ötztaler Hauptkamm. Der Berg macht seinem Namen alle Ehre, denn er ist wirklich ein wilder Berg. Als solche setzt er alpine Erfahrung voraus – Gipfelaspiranten sollten Felsgewandheit und Schwindelfreiheit mitbringen. Für Alpinisten aber ein einmaliges Erlebnis, perfekt einzubauen in die Tour!

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3. Ein Abstecher zu den Spronser Seen

Zu den reizvollsten Naturschönheiten Südtirols gehören die Spronser Seen. Die hochgelegene Seenplatte, die aus vielen kleinen Gewässern besteht, ist unbedingt sehenswert! Die Spronser Seen liegen nicht direkt am Meraner Höhenweg, sondern mitten in der Texelgruppe. Ihr könnt die klassische Route jedoch mit einer Durchquerung der Texelgruppe kombinieren. Ihr werdet begeistert sein!

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4. Der Meraner Höhenweg für einen Tag

Mein Tipp für alle Tageswanderer, die das Höhenwegs-Feeling erleben möchten: Die Etappe des Meraner Höhenwegs, die vom Gasthaus Giggelberg nach Westen führt und mit der 1000-Stufen-Schlucht ein besonders eindrucksvolles Landschaftselement bereithält, zählt zu den schönsten! Wie von einem Balkon hat man auf diesem Teil einen tollen Blick. Ein wahrer Schmankerl-Abschnitt, der dank Texelbahn und Seilbahn Unterstell für Tagestouristen bestens erschlossen ist!

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Gerhard Hirtlreiter ist beim Rother Bergverlag Autor von Wander-, Skitouren- und Langlaufführern. Zu seinen Lieblingsrevieren gehören Bayern und Tirol, ganz besonders aber Südtirol.

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