Autor: admin

Yoga @Home

Yoga @Home

Immer mehr Kletterer und Bergsportler erleben Yoga als perfekte Ergänzung zum Bergsport. Denn um den Körper im Gleichgewicht zu halten ist, es nicht nur wichtig, die Muskulatur zu kräftigen, sondern auch ihre Beweglichkeit zu erhalten. In Coronazeiten ist Yoga nicht nur eine perfekte Trainingsmöglichkeit für die Zeit zu Hause, es hilft uns den Kopf frei zu bekommen und unser Wohlbefinden zu steigern. Petra Zink, unsere Autorin von »Yoga für Kletterer und Bergsportler« meldet sich mit ein paar Tipps zum Fitbleiben aus ihrem Homeoffice in Österreich.

Ich habe schon vor dem Coronavirus sehr viel Zeit zu Hause in meinem Homeoffice verbracht, neu ist jetzt, dass mir mein Ehemann quasi als Bürokollege gegenübersitzt und hin und wieder mit mir über den Bildschirmrand zu flirten versucht. Auch das tägliche gemeinsame Mittagessen ist neu. Die Aufgabenverteilung in der Küche und die Menügestaltung sind meistens nicht ganz klar und enden manchmal mit einem »Ich bin nicht deine Kantine!« von mir.

Besonders schön jedoch finde ich, dass meine täglichen Yogaeinheiten jetzt auch oft zu zweit passieren. Da mein Mann ein leidenschaftlicher Kletterer und Skitourengeher ist, fehlt ihm im Moment der Auslauf. Damit ihm die Decke nicht auf den Kopf fällt und er „unrund“ läuft, ist es für ihn besonders wichtig, die Yogamatte auszurollen. So kann er in seine inneren Landschaften eintauchen und dadurch Gelassenheit, Vertrauen, Stabilität und vielleicht auch das Gefühl von Freiheit von innen heraus kultivieren. Und zusätzlich hat er noch das Gefühl, dass er seinem Körper etwas Gutes tut und ein bisschen beweglicher wird. Beim Klettern wird dann hohes Antreten und weites Ausspreizen zukünftig zum Kinderspiel werden. Und durch mehr Drehbeweglichkeit im Brustkorb wird sein Bewegungsspielraum und seine Reichweite am Felsen größer werden.

Daher möchte ich zur Abwechslung einmal nicht meine, sondern Roberts liebste Yogaübungen vorstellen:

Kleiner Hund – entlastet die Hals- und Lendenwirbelsäule und kräftigt zugleich die Schultermuskulatur.

Halbes Happy Baby – bietet eine mobilisierende Massage für die Hüftgelenke.

Unterstützter Twist – öffnet den Oberkörper bei Verspannungen im Brustwirbelbereich.

So wie man die Zeit jetzt möglicherweise dazu nutzt, um Arbeiten im Haus zu erledigen, die lange liegen geblieben sind, kann man die nächsten Wochen vielleicht auch dazu verwenden, das bei Bergsportlern meistens etwas vernachlässigte Thema Beweglichkeit anzugehen.

Viel Spaß beim Üben!

Das Buch von Petra Zink »Yoga für Kletterer und Bergsportler« gibt es beim Bergverlag Rother zu bestellen. Es stellt 54 ausgewählte Yogaübungen vor, die sich den beanspruchten Körperpartien von Bergsportlern widmen: Handgelenke, Schultern, Rücken, Hüften – in verschiedenen Übungsvarianten für Anfänger und Fortgeschrittene. Zusätzlich hat Petra Zink speziell abgestimmte Übungssequenzen für Boulderer, Sport- und Alpinkletterer, Bergsteiger und Skitourengeher zusammengestellt. Übt man jeweils exakt die vorgeschlagene Sequenz, ergibt das eine etwa 30-minütige Yoga-Routine, die auch als Video zur Verfügung steht.

Vom Wanderführer zur App

Vom Wanderführer zur App

Wie kommt ein Wanderführer in die App?

In der Rother Touren App kannst du immer genau sehen, wo du gerade bist und wie deine Tour verläuft. Die Touren aus unseren Büchern landen aber nicht von Zauberhand vollautomatisch in der App. Wir zeigen dir hier mal, was alles bei uns abläuft, damit du entspannt wandern gehen kannst.

Am Anfang war das Wort…

Unsere Wanderführer entstehen zuerst als Buch in einem Layout-Programm (InDesign). Daraus exportieren wir die Texte in unsere Touren-Datenbank.

In dieser Datenbank sind jetzt alle Touren-Infos systematisch in Feldern eingetragen. Auch die GPS-Daten sind integriert. Über 10.000 Touren haben wir schon darin – und es werden immer mehr!

Wie kommt das Foto auf den Berg?

In der App kannst du die Wegpunkte auf der Karte antippen und siehst dann einen Text und oft auch ein Foto dazu.

Um das zu ermöglichen, weisen wir in unserer Datenbank den Fotos die Koordinaten des Wegpunkts zu und fügen passende Texte ein. Die AutorInnen schicken uns dazu Infos, zu welchen Wegpunkten die Fotos gehören sowie oft auch eine kurze Bildunterschrift.

Wenn alle Touren und der Einführungsteil fertig bearbeitet sind, exportieren wir den Guide. Dazu verwenden wir ein Script – das ist quasi ein Rezept, dass die Daten genau in der Form ausgibt, wie die App sie braucht.

Und wie kommt das jetzt in die App?

Zuerst machen wir noch einen Qualitäts-Check: Wir prüfen, ob die Daten-Struktur fehlerfrei ist und schauen uns ein paar Touren in einer Vorschau an. Die Daten des Guides laden wir dann auf unseren App-Server hoch. Dort sind sie jederzeit abrufbar. Wenn du jetzt in der App die Liste der Guides aufrufst, fragt diese die aktuelle Liste beim Server an.

Woher kommt die Karte?

Damit du die Tour auf einer zoombaren Karte sehen kannst, betreiben wir einen eigenen Karten-Server. Darauf liegen regelmäßig aktualisierte Wanderkarten auf Basis von OpenStreetMap – für die ganze Welt! Damit diese optimal fürs Wandern sind, verwenden wir den Kartenstil OpenTopoMap. Wenn du in der App eine Tour öffnest oder herunterlädst, holt sich die App die Karte für dieses Gebiet vom Server. So hast du beim Wandern immer eine aktuelle, genaue Karte.

Du hast die App noch nie benutzt?

…dann probier es doch einfach mal aus. Die Rother Touren App kannst du kostenlos aus dem App Store bzw. Google Play Store laden. Bis zu fünf festgelegte Touren pro Guide sind gratis nutzbar. Dieses kurze Video zeigt die wichtigsten Funktionen.

Der Berggeist

Der Berggeist

Wie entsteht ein Wanderführer?

Dieser Frage gehen wir mit Autor Sepp Brandl auf den Grund. Und landen damit unverhofft bei den Themen, die das ganze menschliche Leben umkreisen

Sepp Brandl. Langjähriger Weggefährte des Rother Bergverlags
© Aiko Blank

Sein Gesicht ist gezeichnet von Linien, wie die, die den Weg eines Wanderers abbilden. Seine Augen funkeln, offen und blau, wie der Himmel hinter den Bergspitzen. Im November 2019 feierte Sepp Brandl seinen 83. Geburtstag. Am Aschermittwoch des letzten Jahres verzeichnete er seine 5000ste Tour. Im Rother Bergverlag hat der Autor bereits 16 Wander- und Skitourenführer veröffentlicht. Sein Spezialgebiet? Chiemgau, Dachstein-Region und das Kaisergebirge. Heute begleiten wir den Waldkraiburger auf dem Weg zur Schnappenkirche in den Chiemgauer Alpen. Trittfest bei jedem Schritt steigt er auf 1.113 Meter hinauf.

Auf drei Säulen steht Sepp Brandls Leben, drei Stationen, die jeden Weg eines Wanderers säumen: Das Tal, der Fuß des Berges steht für Familie und Heimat. Dann der Wald und das Gebirge: Die Natur in all ihrer Kraft. Und am Ende der Gipfel: Grenzen und Grenzenlosigkeit des menschlichen Seins, „die Frage nach dem Letzten“ und dem Glauben, die Sepp Brandl hier immer bewegt.

© Aiko Blank

„10 Jahre musst du gehen, dann kannst du einen Wanderführer schreiben“, davon ist Sepp Brandl überzeugt. Für ihn begann diese berufliche „Abseits“- Route erst am 21. September 1969, als er mit 33 seine erste Tour ging. Das Schreiben von Wanderführern war für Brandl ein Leben lang mehr Zubrot als Hauptberuf, mehr Leidenschaft als lebensnotwendig. Begleitete er als Schulleiter wochentags Kinder und Jugendliche in einem sonderpädagogischen Förderzentrum, zog es den Bayer am Wochenende und in den Ferien in die Berge. Mit im Wanderrucksack hat er immer fünf Dinge: Diktiergerät, Uhr, Kompass, Höhenmesser und Kamera. „Wenn du schließlich eine Region wie deine eigene Westentasche kennst, kannst du eine Liste an abwechslungsreichen Touren für dieses Gebiet erstellen.“ Pro Führer sollten das ca. 50 bis 60 sein. Und so geht Sepp Brandl vor: „Jede einzelne Tour gehst du Schritt für Schritt ab. Auf deinem Weg misst du die Höhenmeter, sprichst deine Wegbeschreibung notizartig auf das Diktiergerät, machst Fotos von wichtigen Stationen bzw. Routenpunkten und notierst die Gehzeit.“ 

MARC BRANDL
Der Sohn von Sepp Brandl steigt jetzt in die Fußstapfen seines Vaters

Wanderführer über Generationen hinweg

Seit einigen Jahren machen sich Vater und Sohn gemeinsam auf den Weg, um die schönsten Touren in Wanderführern des Rother Bergverlags zusammenzutragen. Gemeinsam lernen sie viel voneinander: Marc von seinem Vater über die naturnahe Arbeit als Autor von Wanderführern. Sepp von seinem Sohn über neue Möglichkeiten und Techniken beim Erfassen von Daten. Das gemeinsame Projekt betrachten sie als inniges Vater- Sohn-Erlebnis. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

© Aiko Blank

Zuhause angekommen werden die gesammelten Daten verschriftlicht und diktierte Notizen in eine runde Textform gebracht. Dabei gehe es schlichtweg darum, eine Route nachvollziehbar zu beschreiben und den Wanderer sicher rauf und wieder runter zu bringen, so Brandl. Ist das erledigt, ist die Arbeit für den Autor zum größten Teil getan. Er schickt die kompletten Unterlagen an den Verlag. Die Lektoren dort überprüfen und bearbeiten das Manuskript und werden sich in dieser Zeit immer wieder mit dem Autor besprechen und bei offenen Fragen nachhaken. Schließlich müssen auch noch die Karten und Höhenprofile überprüft und die Bildunterschriften verfasst werden. Nach einem letzten Korrekturlauf geht das Buch in die Druckerei und ein halbes Jahr nach Manuskriptabgabe hält der Autor schließlich sein neues Werk in den Händen.

62 Skitouren für Einsteiger und Genießer
Sepp und Marc Brandl
58 Touren
Sepp und Marc Brandl

Die zehn schönsten Wanderungen auf den Kapverden

Die zehn schönsten Wanderungen auf den Kapverden

Die zehn Lieblingswanderungen auf den Kapverden von unserem Autor Michael Will

Nach 4 ½ Stunden Flugzeit aus Deutschland reißt die Wolkendecke auf, unter uns breiten sich die Kanarischen Inseln aus. Nach einer weiteren Flugstunde Richtung Süden ist dann kaum noch eine Wolke am Himmel, willkommen auf den sonnenverwöhnten Kapverdischen Inseln – willkommen in einer anderen Welt. Jede der neun bewohnten Kapverdischen Vulkaninseln vor der westafrikanischen Küste beeindruckt durch eine unverwechselbare Symbiose zwischen europäischer und afrikanischer Kultur und einer einzigartigen Naturvielfalt – größer können die Unterschiede kaum sein, was Land und Leute betrifft. Jeder Aufenthalt auf einer der Inseln des Archipels ist eine nachhaltige und alleinstehende Urlaubserfahrung. Geografisch gehören die Kapverdischen Inseln zur Sahelzone, einem Savannengebiet auf dem afrikanischen Festland. Die bewohnten neun Kapverdischen Inseln liegen verstreut im Atlantischen Ozean, 570 km entfernt vom afrikanischen Kontinent – auf Höhe Senegals mit der Hauptstadt Dakar. Man unterscheidet zwischen den südlichen Inseln, den Ilhas de Sotavento: Brava, Fogo, Santiago und Maio und den nördlichen Inseln, den Ilhas de Barlavento: Boa Vista, São Nicolau, Sal, São Vicente und Santo Antão.

»Nicht warten, wandern!« heißt es bei unserem Partner Activida Wanderreisen. Wer die Kapverden gerne auf einer Gruppenwanderreise entdecken möchte, für den ist die Reise »Trekking Crioulo« genau richtig – spannende Wanderrouten (unter anderem die Rother-Touren 13, 32 und 35), entspannte Unterkünfte und regionale Verpflegung ergänzen sich zu einem klimaneutralen Wanderabenteuer.

Calhau (São Vicente)

(Tour 38, 3.15 Std.)

Der schönste Küstenpfad der Insel São Vicente verläuft zwischen türkisfarbenem Wasser und dem höchsten Berg der Insel auf weißen, feinkörnigen Sand und Vulkangestein.

Praia Branca – Cachaço (São Nicolau)

Tour 47, 4.30 Std.

Auf einem uralten, größtenteils gepflasterten Caminho führt die Tour durch das zerklüftete Hauptbergmassiv der Insel São Nicolau, vorbei an Terrassenfeldern und waghalsig auf Felsvorsprüngen gebauten Häusern.

Monto Gordo, 1312 m (São Nicolau)

Tour 49, 3.00 Std

Der höchste Berg der Insel São Nicolau wird bestiegen und man bestaunt ein herausragendes botanisches Schmankerl, die weltweit größten Drachenbaum-Gemeinschaften.

Serra Negra (Sal)

Tour 61, 4.45 Std.

Diese abenteuerliche Erkundungsrunde durch ein Naturschutzgebiet zu den schönsten und abgelegensten Stränden des Eilands gehört zu den spektakulärsten Wanderungen auf der Insel Sal.

Parque Natural do Norte (Boa Vista)

Tour 68, 3.30 Std

Im Parque Natural do Norte, dem größten Naturschutzgebiet von Boa Vista, wandern wir durch schwarze Vulkanberge und weißsandige Dünenlandschaften. Das Szenario mutet an wie Schokoladenberge mit Vanilledünen. ()

Monte Lajes, 1863 m (Santo Antão)

Tour 8, 6.00 Std.

Auf dem Grat einer riesigen Caldera, in deren bis zu 1000 m tiefem Talgrund das Dorf Chã de Morte liegt, marschieren wir auf einem spektakulären Höhenweg, der Seines gleichen sucht.

Morrin d’Egua – Chã de Morte (Santo Antão)

Tour 9, 4.15 Std.

Durch eine scheinbar unüberwindbare Steilwand führt ein mit Steinen gepflasterter Weg in Haarnadelkehren in die Tiefe. Und das Besondere an diesen Caminho, er wird bis in die Gegenwart zum Transport von Waren auf dem Rücken von Eseln genutzt.

Gudo de Cavaleiro, 1810 m (Santo Antão)

Tour 13; 9.30 Std.

Diese technisch und konditionell anspruchsvollste Wanderung der Insel Santo Antão führt über einen alten Verbindungsweg auf den 1810 m hohen Vulkan Gudo de Cavaleiro.

Ribeira Grande – Água das Caldeiras – Cova de Paúl (Santo Antão)

Tour 24; 6.15 Std.

Diese faszinierende Route entlang von Bananen- und Zuckerrohrplantagen, bietet beeindruckende Fern- und Tiefblicke. Sie zählt zu den schönsten Wanderungenim Osten der Insel.

Pico da Cruz – Selada Silvão – Ribeira de Penede (Santo Antão)

Tour 30; 4.30 Std.

Im Wechselbad zwischen staubtrockenen, heißen Erosionshängen und einem feuchtkühlen Nebelwald mit Nadelbäumen, Flechten an den Bäumen und Farnenwandern wir auf einem ausgesetzten Berggrat bergab.

Die Kapverdischen Inseln sind aufgrund ihrer Vielfältigkeit ein faszinierendes Outdoor-Abenteuer – schon seid Langem gelten sie deshalb als Geheimtipp. Wer sie erlebt hat, bewandert hat, den lässt den ursprünglichen Charme dieser Eilande nicht mehr los. Buchtipp: Der Autor Michael Will hat einen 302 Seiten umfassenden Wanderführer für die nördlichen Kapverden verfasst. Erhältlich ist der Wanderführer für 18,90 Euro im Buchhandel oder direkt beim Rother Verlag.

Wer Lust auf weitere Fotoimpressionen hat wird fündig auf den folgenden Links zu Flickr:

Die Insel Santo Antão ist die naturgewaltigste der Kapverdischen Inseln.

São Vicente – Präsentiert sich mit ansprechenden und abenteuerlichen Wanderungen.

São Nicolau – Selbst der Individualtourismus hat sie noch nicht entdeckt.

Boa Vista steht für menschenleere Strände, weiß wie Puderzucker, mit kristallklarem, türkisfarben Wasser.

Sal ist ein karges und sandiges Skelett im türkisfarben Atlantischen Ozean.

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